In vielen Unternehmen werden Transformationsprozesse zunehmend über Standortvergleiche, Reorganisationen und Verlagerungsvorhaben vorangetrieben – besonders in Forschung & Entwicklung und anderen hochqualifizierten Bereichen. Für Betriebsräte stellen sich dabei konkrete Fragen: Woran lassen sich Verlagerungsabsichten frühzeitig erkennen? Wie sind Standortvergleiche und Entscheidungslogiken des Arbeitgebers aufgebaut? Und welche Mitbestimmungs- und Beteiligungsrechte kann der Betriebsrat nutzen, um Beschäftigung sowie Kompetenz- und Wissensbestände im Betrieb zu sichern?
Das Seminar vertieft diese Zusammenhänge anhand wissenschaftlicher Analysen und betrieblicher Praxis. Im Mittelpunkt stehen betriebsratsrelevante Kenntnisse zu Verlagerungsvorhaben, zur Rolle von Digitalisierung/KI in Restrukturierungs- und Innovationsstrategien sowie zur praktischen Anwendung von Rechten und Instrumenten der Interessenvertretung. Ein Schwerpunkt liegt auf interaktiver Arbeit an Fällen und Fragestellungen aus den Betrieben.
Themen:
- Aktuelle Entwicklungen aus den Bereichen New Work, Forschung & Entwicklung
aus den einzelnen Betrieben - Zukunft von Innovation in der deutschen Industrie
- Verlagerung von Entwicklungsarbeit: typische Muster, Risiken für Kompetenzen/Wissen, Folgen für Beschäftigte
- Standortvergleiche und -entscheidungen: Kennzahlenlogik, Annahmen, „Business Cases“ und deren Prüfbarkeit
- Digitalisierung& KI als Treiber in Transformations- und Verlagerungsstrategien (Qualifikation, Arbeitsorganisation, Rationalisierung, Schnittstellen)
- Neue Formen der Organisation von Entwicklungsarbeit (z. B. softwaredefinierte Entwicklung, veränderte Wertschöpfungsarchitekturen)
- Kooperationen und Lernpartnerschaften als Bestandteil strategischer Neuausrichtungen in F&E
- Rechte & Instrumente des Betriebsrats anwenden
- Mitbestimmungs- und Beteiligungsrechte bei Verlagerungsvorhaben/Betriebsänderungen: Ansatzpunkte und Vorgehen
- Informationsbeschaffung strategisch: welche Fragen/Unterlagen der BR braucht, um beurteilen und handeln zu können
- Beteiligung der Beschäftigten und Kommunikation in hochqualifizierten Bereichen
- Transfer: Fallarbeit, gemeinsame Auswertung, Handlungsplanung für die eigene betriebliche Situation
- Industriepolitik als zentrale Stellschraube für Beschäftigungssicherung in Deutschland
Referent*innen (u. a.):
Prof. Dr. Andreas Boes (ISF München) & Maximilian Strötzel (IG Metall Vorstand)
Termin:
05.05.2026 Beginn: 12:00 Uhr
07.05.2026 Ende: ca. 13:00 Uhr
Seminarort:
IG Metall Vorstand Frankfurt
Wilhelm-Leuschner-Str. 79
60329 Frankfurt a. M.
Unterbringung:
IntercityHotel Frankfurt Hauptbahnhof Süd
Mannheimer Str. 21
60329 Frankfurt
Kosten:
790,– € Seminarkosten (USt.-frei)
240,– € Übernachtung (zzgl. USt.)
255,– € Verpflegung (zzgl. USt.)
Freistellungen:
§ 37 (6) BetrVG oder § 179 (4) SGB IX
Seminar Nr.:
S00426191