Unterschriftensammlung für sofortige und bedingungslose Freilassung der Kolleg*innen in Belarus

Vor wenigen Wochen hat sich „Salidarnast“ (deutsch: Solidarität) gebildet, die Vertretung der unabhängigen, demokratischen Gewerkschaftsbewegung von Belarus in Deutschland. Salidarnast meldete am 10. November, dass eine Reihe von Prozessen gegen unabhängige Gewerkschafter:innen bevorstehen oder bereits begonnen haben. Für uns Veranlassung, unsere Solidarität mit den inhaftierten Kolleginnen und Kollegen fortzusetzen und – wo möglich – zu verstärken. Namentlich nennt Salidarnast folgende Kollegen:

Andrei Khanevich, Vorsitzender der Basisorganisation der unabhängigen Gewerkschaft BNP im Chemiekonzern Grodno Azot. Er wurde nach Informationen der Belarusian Independent Trade Union (BITU) am 15. November zu fünf Jahren Haft verurteilt.

Valiantsin Tseranevich, stellvertretender Vorsitzender der Basisorganisation der unabhängigen Gewerkschaft BNP bei Grodno Azot und neun weitere Kolleg:innen. Sie werden der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung und des Hochverrats beschuldigt. Das Strafmaß kann bis zu 15 Jahren betragen.

Vasily Berasneu, Hennadz Fiadynich, Vatslau Areshka, führende Mitglieder der Belarussischen Gewerkschaft der Radio- und Elektronikindustrie. Ihr Prozess soll am 25. November beginnen. Ihnen wird Gründung einer extremistischen Vereinigung sowie Aufruf zu staatsgefährdenden Aktionen vorgeworfen.

Vitaly Chychmarou, Mitglieder der Freien Gewerkschaft der Metallarbeiter. Sein Prozess hat am 11. November begonnen.

Yanina Malash, Mitglieder der Freien Gewerkschaft der Metallarbeiter. Sie wurde nach Informationen von BITU am 15. November zu einem Jahr und sechs Monaten Gefängnis verurteilt. 

Aliaksandr Mishuk, Vorsitzender der Basisorganisation der Belarussischen Unabhängigen Gewerkschaft (BNP) bei Belaruskali und stellvertretender Vorsitzender von BNP auf Ebene der Republik. Nach Informationen von BITU am 15. November zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt

Mikhail Hromau, Sekretär der Freien Gewerkschaft der Metallarbeiter. Sein Prozess sollte am 10. November beginnen. Ihm drohen vier Jahre Gefängnis.

Wir sammeln alle digitalen Unterschriften zusammen und verschicken sie zusammen mit dem Brief an die Botschaft von Belarus in Berlin.